Drei Techniken prägen das Bild des Canyonings, und alle drei folgen erlernbaren Regeln: der Sprung in die Gumpe, die Fahrt über die natürliche Felsrutsche und das gesicherte Abseilen am Wasserfall. Vorweg die wichtigste Botschaft für alle Einsteiger: Jede dieser Action-Stellen bleibt bei uns freiwillig, denn für jede Passage existiert eine Alternative wie Abklettern oder Umgehen. Vermittelt werden die Techniken von zertifizierten Guides, das Abseilen zusätzlich in einer Trockenübung vor jeder Tour. Wir erklären die korrekte Ausführung, die häufigsten Fehler und warum die 18 Meter lange Rutsche der Starzlachklamm ohne jede Bremstechnik der Hände auskommt.
Springen und Rutschen: Körperposition entscheidet
Beim Sprung prüft zunächst der Guide die Wassertiefe und gibt den Absprungpunkt frei, denn niemals wird in ungeprüfte Becken gesprungen. Die Ausführung folgt drei Regeln: mit den Füßen voran, Arme eng am Körper, Blick geradeaus statt nach unten; so tauchst Du kontrolliert ein und kommst sicher wieder hoch. Welche Höhe Du Dir zutraust, entscheidest ausschließlich Du selbst, und viele Gäste springen bei der ersten Tour gar nicht und bei der zweiten von jeder freigegebenen Kante. Auf den natürlichen Felsrutschen, die das Wasser über Jahrtausende poliert hat, gilt eine andere Grundposition: auf den Rücken legen, Arme vor der Brust kreuzen, Beine leicht anwinkeln, Kopf oben halten. Den häufigsten Fehler begehen Einsteiger mit den Händen, denn der Reflex, seitlich bremsen zu wollen, gehört abtrainiert; gebremst wird ausschließlich von der Gumpe am Ende der Rutsche. Das Finale der Einsteigerschlucht bildet die 18 Meter lange Rutsche, deren Details die Seite zum Canyoning-Highlight Starzlachklamm beschreibt.
Abseilen: die technischste Disziplin, gründlich geübt
Respekt vor dem Abseilen begleitet fast jeden Einsteiger, und genau deshalb behandeln wir diese Technik am gründlichsten. Vor jeder Tour steht die Trockenübung, in der Dein Guide das Einbinden in den Gurt, die Handhaltung am Seil und die Tempokontrolle Schritt für Schritt erklärt und so lange wiederholen lässt, bis die Abläufe sitzen; erst danach folgt die erste echte Abseilstelle in der Schlucht. Während des Abseilens bist Du durchgehend über Seil und Gurt gesichert und bestimmst Dein Tempo selbst, wodurch die Technik kontrollierbarer ist, als sie von außen wirkt. Zum Einsatz kommt ausschließlich geprüftes Material unseres Partners Edelrid aus Isny, dessen Wartung unser nach ISO 21101 zertifiziertes Sicherheitskonzept dokumentiert. Der Lohn der Überwindung folgt in der Schlucht, wenn Du Dich am oder sogar durch den Wasserfall abseilst, mit Gischt im Gesicht und festem Halt am Seil. Ergänzt werden die drei Kerntechniken durch Klettern, Gehen im Blockgelände und Schwimmen. Wer intensiver an der Seiltechnik arbeiten möchte, bucht dafür einen privaten Guide für individuelles Training.
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